{"id":1248,"date":"2010-06-03T12:48:28","date_gmt":"2010-06-03T10:48:28","guid":{"rendered":"http:\/\/schermbeck.zeit-fuer-gruen.de\/?p=1248"},"modified":"2010-06-03T12:48:28","modified_gmt":"2010-06-03T10:48:28","slug":"laufzeitverlaengerungen-fuer-atomkraftwerke","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gruene-schermbeck.de\/?p=1248","title":{"rendered":"Laufzeitverl&#228;ngerungen f&#252;r Atomkraftwerke"},"content":{"rendered":"<p><strong>Die Regierung agiert &#8222;mit aller Macht&#8220; gegen die Bev\u00f6lkerung <\/strong><\/p>\n<p>Zu den f\u00fcr Freitag, den 4. Juni, vorgesehenen Entscheidungen von Bundeskanzlerin Angela Merkel und den Ministerpr\u00e4sidenten der L\u00e4nder \u00fcber Laufzeitverl\u00e4ngerungen f\u00fcr Atomkraftwerke nimmt die Deutsche Sektion der Internationalen \u00c4rzte f\u00fcr die Verh\u00fctung des Atomkrieges (IPPNW) wie folgt Stellung:<\/p>\n<p>Obwohl die Erneuerbaren Energien fast schon den Atomstrom \u00fcberfl\u00fcssig machen,<!--more--> setzt die deutsche Bundesregierung auf den langj\u00e4hrigen Weiterbetrieb einer Technik, die \u00fcberfl\u00fcssig und gef\u00e4hrlich ist und der jegliche Zukunftsperspektive fehlt.<\/p>\n<p>In der Atomindustrie herrscht noch immer blindes Vertrauen in die Beherrschung der Atomtechnik, obwohl aus den altersschwachen deutschen Atommeilern regelm\u00e4\u00dfig Risse, Leckagen und das Versagen von Sicherheitseinrichtungen gemeldet werden (vgl. aktuelle St\u00f6rfall-Analyse der IPPNW). Die zahnlosen staatlichen Atomaufsichtsbeh\u00f6rden, in denen Abteilungsleiter zwischen Beh\u00f6rde und beaufsichtigter Atomindustrie ungeniert hin\u00a0 und herwechseln, lassen die Industrie weitgehend gew\u00e4hren. All das erinnert an die aktuelle \u00d6lkatastrophe in den USA.<\/p>\n<p>Laufzeitverl\u00e4ngerungen sind nach Auffassung der \u00c4rzteorganisation IPPNW ein gef\u00e4hrliches und unverantwortliches Spiel mit dem Leben und der k\u00f6rperlichen Unversehrtheit der Bev\u00f6lkerung wie auch der Besch\u00e4ftigten in den Atomkraftwerken.<\/p>\n<p>Als Ursache f\u00fcr die geplanten Laufzeitverl\u00e4ngerungen ist das haltlose Gewinnstreben der gro\u00dfen Atomkonzerne und die von ihnen systematisch und immer offener korrumpierte Politik anzusehen. Umgesetzt wird dies von Politikern, die \u2013 wie mittlerweile \u00fcblich \u2013 nach dem Verrichten Ihrer Dienste mit gut dotierten Posten in der Atomindustrie bezahlt werden.<\/p>\n<p>Durch den Weiterbetrieb der Atomkraftwerke erzielen wenige Profiteure milliardenschwere Zusatz-Einnahmen, die nat\u00fcrlich von der Bev\u00f6lkerung, aber auch von staatlichen Stellen und Unternehmen in den kommenden Jahren \u00fcber die Strompreise zu bezahlen sind. Der Geldregen f\u00fcr die beteiligten Konzerne, Aktion\u00e4re, Manager, Gutachterorganisationen, Politiker und andere f\u00e4llt schlie\u00dflich nicht vom Himmel.<\/p>\n<p>Laufzeitverl\u00e4ngerungen sind insofern Teil einer umfassenden Umverteilungspolitik mit dem Ziel einer immer st\u00e4rkeren Konzentration von Verm\u00f6gen in der Hand weniger.<\/p>\n<p>Solaranlagen auf Hausd\u00e4chern und Windenergieanlagen im gesamten Binnenland sind demgegen\u00fcber nicht nur die richtige sicherheitstechnische und \u00f6kologische, sondern auch die richtige \u00f6konomische Alternative zu Atom- und Kohlekraftwerken. Durch derartige &#8222;Kraftwerke in B\u00fcrgerhand&#8220; werden n\u00e4mlich Verm\u00f6gen, Eink\u00fcnfte und Wirtschaftskraft breit unter der Bev\u00f6lkerung und in den Regionen gestreut. Dadurch sind bereits hunderttausendfach Arbeitspl\u00e4tze wie auch Gewinne f\u00fcr einfache B\u00fcrger, Kommunen und kleinere Unternehmen realisiert worden.<\/p>\n<p>Durch Laufzeitverl\u00e4ngerungen f\u00fcr Atomkraftwerke werden aber dem weiteren Ausbau der Erneuerbaren Energien &#8222;in B\u00fcrgerhand&#8220; vermehrt Steine in den Weg gelegt. Verg\u00fctungss\u00e4tze f\u00fcr Erneuerbare Energien werden schon jetzt drastisch abgesenkt und Windparks immer wieder abgeschaltet, damit die Konzerne auch weiterhin ihren \u00fcberfl\u00fcssigen Atom- und Kohlestrom zu weit \u00fcberh\u00f6hten Monopolpreisen verkaufen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Die geplanten Laufzeitverl\u00e4ngerungen sind ein gezielter Akt gegen das Bed\u00fcrfnis der Bev\u00f6lkerung nach Sicherheit, Leben, Gesundheit und materiellem Auskommen.<\/p>\n<p>Die Bundesregierung agiert mit dieser Politik ganz offen und ungeniert gegen den Willen der Bev\u00f6lkerung. Die Mehrheit der B\u00fcrger will einen schnellen Ausstieg aus der Atomenergie. Niemand akzeptiert willk\u00fcrlich \u00fcberh\u00f6hte Strompreise. Der mehrheitliche Wunsch einer weiteren F\u00f6rderung eines Ausbaus der Erneuerbaren Energien ist unumstritten.<\/p>\n<p>Die schwarz-gelbe Bundesregierung agiert dabei keineswegs nur gegen so genannte &#8222;politische Gegner&#8220;. Sie br\u00fcskiert ebenso viele Abgeordnete, Mitglieder und Anh\u00e4nger in den eigenen Reihen, die sich gedanklich l\u00e4ngst von der Atomenergie mit ihrem ungel\u00f6sten Atomm\u00fcllproblem verabschiedet haben und die auf eine am Gemeinwohl orientierte Politik zugunsten Erneuerbarer Energien bauen.<\/p>\n<p>Die atomkritische \u00c4rzteorganisation IPPNW stellt sich gegen diese skandal\u00f6se und unverantwortliche Energiepolitik. Die Entscheidungstr\u00e4ger in den Gro\u00dfkonzernen und in der Regierung m\u00fcssen wissen, dass die Anti-Atom- und die Erneuerbare-Energien-Bewegung gemeinsam mit den erstarkenden Unternehmen der neuen Energiewirtschaft die dezentralen Energietechniken und Energiestrukturen weiterhin durchsetzen werden.<\/p>\n<p>Die Entscheidungen der derzeitigen Bundesregierung werden nichts daran \u00e4ndern, dass f\u00fcr nachfolgende Generationen die Kraft von Sonne und Wind bestimmend sein wird.<\/p>\n<p>Weitere Informationen: <a href=\"http:\/\/www.ippnw.de\/atomenergie\" target=\"_self\">www.ippnw.de\/atomenergie<\/a><\/p>\n<p>Kontakt: Dr. Angelika Clau\u00dfen, Tel. 0172-588 27 86; Henrik Paulitz, Tel. 0032-485-866 129<\/p>\n<p>Deutsche Sektion der Internationalen \u00c4rzte<br \/>\nf\u00fcr die Verh\u00fctung des Atomkrieges, \u00c4rzte in<br \/>\nsozialer Verantwortung (IPPNW)<br \/>\nK\u00f6rtestr. 10<br \/>\n10967 Berlin<br \/>\nTel. 030-69 80 74-0<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.ippnw.de\" target=\"_self\">www.ippnw.de<\/a><br \/>\nEmail:<a href=\"#\" data-unscramble=\"ed.wnppi@wnppi\"> ippnw@ippnw.de<\/a><\/p>\n<p>\u00dcber die IPPNW: Diese Abk\u00fcrzung steht f\u00fcr International Physicians for the Prevention of Nuclear War. Die Internationalen \u00c4rzte f\u00fcr die Verh\u00fctung des Atomkrieges engagieren sich seit 1982 f\u00fcr eine Welt ohne atomare Bedrohung und Krieg. 1985 wurden sie daf\u00fcr mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Seit 1990 stehen zus\u00e4tzlich gesundheitspolitische Themen auf dem Programm des Vereins. In der IPPNW sind rund 7.000 \u00c4rztInnen und Medizinstudierende organisiert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Regierung agiert &#8222;mit aller Macht&#8220; gegen die Bev\u00f6lkerung Zu den f\u00fcr Freitag, den 4. 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