{"id":3656,"date":"2021-11-10T19:33:56","date_gmt":"2021-11-10T17:33:56","guid":{"rendered":"https:\/\/gruene-schermbeck.de\/?p=3656"},"modified":"2021-12-14T11:46:51","modified_gmt":"2021-12-14T09:46:51","slug":"modellregion-oekolandbau-%e2%80%90-wolfsgebiet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gruene-schermbeck.de\/?p=3656","title":{"rendered":"Modellregion \u00d6kolandbau \u2010 Wolfsgebiet"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Ulrike Trick an Ministerin Heinen\u2010Esser<\/strong><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-media-text alignwide has-media-on-the-right is-stacked-on-mobile\"><figure class=\"wp-block-media-text__media\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"800\" height=\"542\" src=\"https:\/\/gruene-schermbeck.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/grafik-800x542.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-3657 size-full\" srcset=\"https:\/\/gruene-schermbeck.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/grafik-800x542.png 800w, https:\/\/gruene-schermbeck.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/grafik-400x271.png 400w, https:\/\/gruene-schermbeck.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/grafik-768x520.png 768w, https:\/\/gruene-schermbeck.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/grafik-150x102.png 150w, https:\/\/gruene-schermbeck.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/grafik.png 943w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/figure><div class=\"wp-block-media-text__content\">\n<p class=\"has-large-font-size\"><\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<p>Sehr geehrte Frau Ministerin Heinen\u2010Esser,<\/p>\n\n\n\n<p>am 8.07.2021 wurden die Kreise Wesel und Kleve auf Grund ihrer gemeinsamen Bewerbung von Ihrem<br>Ministerium als eine der drei Modellregionen f\u00fcr \u00d6kolandbau in NRW ausgew\u00e4hlt. Eine Entwicklung, die wir<br>au\u00dferordentlich begr\u00fc\u00dfen, bedeutet sie doch sowohl mehr Tierwohl als auch mit der \u00f6kologischen extensiven<br>Weidelandbewirtschaftung einen Gewinn f\u00fcr die Artenvielfalt.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eAls starke Gr\u00fcnlandregion, mit jedoch zur\u00fcckgehender Weidenutzung; bei gleichzeitiger Intensivierung der<br>Nutzung von Wiesenfl\u00e4chen zur Futtergewinnung, sehen die beiden Kreise besonderen Handlungsbedarf. Der<br>Schutz der niederrheinischen Kulturlandschaft soll durch die Umstellung der Tierhaltung und der damit<br>verbundenen erh\u00f6hten Weidenutzung erreicht werden\u2026\u201c, steht im gemeinsamen Bewerbungskonzept der<br>Kreise Wesel und Kleve.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eIm Jahr 2016 hielten 1900 Betriebe Nutztiere, so dass es sich bei der weitaus \u00fcberwiegenden Zahl der<br>Landwirte der beiden Kreise um Tierhalter handelt\u201c, hei\u00dft es weiter. \u201eAuch wenn in den vergangenen Jahren<br>bereits einige Betriebe erfolgreich die Umstellung auf eine \u00f6kologische Bewirtschaftung angegangen sind,<br>besteht am Niederrhein auch im Landes\u2010und Bundesvergleich noch erheblicher Nachholbedarf. \u2026 Mit diesem<br>Schwerpunkt \u201aBiomilch und Weidewirtschaft\u2018 kann die \u00d6ko\u2010Modellregion Niederrhein einen besonderen<br>Modellcharakter erwerben.\u201c So steht es im vorgelegten Konzept.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Ma\u00dfnahmenplan zur Zielerreichung beinhaltet unter Punkt 3) Ma\u00dfnahmen f\u00fcr eine tierwohlorientierte<br>Nutztierhaltung in allen tierhaltenden Betrieben u.a. \u201eAusweitung der Beweidung von extensiv genutztem<br>Gr\u00fcnland, insbesondere in den Natura2000 und Naturschutzgebieten und weiterer Ausbau der \u00d6ko\u2010<br>Weidehaltung, insbesondere in den Mutterkuh\u2010 und Milchviehbetrieben,\u2026.\u201c sowie als weitere Zielsetzung<br>\u201eStroh\u2010 und Freilandhaltung von Schweinen\u201c und \u201eWeidehaltung von Rindern\u2026.\u201c.<br>Im Bereich der Schafzucht soll \u201e\u2026die weitere Ansiedlung von Milchschaf\u2010 und Milchziegenbetrieben \u2026\u201c<br>gef\u00f6rdert werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Januar 2019 wurden Teile des Kreises Wesel zum Wolfsgebiet ernannt. Zun\u00e4chst war es nur eine W\u00f6lfin, die<br>aber sehr schnell durch Risse von Schafen auf sich aufmerksam machte. Inzwischen hat sich die<br>Wolfspopulation in den zum Wolfsgebiet geh\u00f6renden Kommunen Schermbeck, H\u00fcnxe, Dinslaken, Voerde, Wesel (rechtsrheinisch) und Hamminkeln vergr\u00f6\u00dfert und durch zahlreiche Risse von Schafen, Damwild und<br>auch Kleinpferden von sich reden gemacht. Viele Hobbyz\u00fcchter, insbesondere von Schafen, haben aufgegeben<br>und ihre Tiere in andere Regionen abgegeben. Schafz\u00fcchter haben ihre Weiden mit hohen Z\u00e4unen versehen,<br>die auch f\u00fcr Wildtiere nicht zu \u00fcberwinden sind. Immer h\u00e4ufiger werden Weidez\u00e4une g\u00e4nzlich von den<br>Landwirten entfernt, um effektiver m\u00e4hen zu k\u00f6nnen, weil die Tiere nicht mehr auf die Weide gelassen werden<br>und die F\u00fctterung durch gem\u00e4htes Weidegras erfolgt. Eine aufwendige, teure und un\u00f6kologische Art der<br>Viehf\u00fctterung. Zur Ertragssteigerung werden diese urspr\u00fcnglich extensiv beweideten Fl\u00e4chen h\u00e4ufiger<br>ged\u00fcngt, um mehrfach m\u00e4hen zu k\u00f6nnen. Bodenbr\u00fcter und Niederwild haben auf diesen Fl\u00e4chen keine<br>Chance. Aus der Sicht vieler Landwirte aber nachvollziehbar, denn sie f\u00fcrchten nicht nur direkte Wolfsangriffe<br>auf ihr Vieh, sondern auch Zaundurchbr\u00fcche, wenn die Herde in Panik ger\u00e4t, weil ein Wolfsrudel um die Z\u00e4une<br>streicht. Eine solche Viehherde h\u00e4lt kein Zaun auf und in dieser dichtbesiedelten Gegend sind die Tiere schnell<br>auf einer stark befahrenen Stra\u00dfe und gef\u00e4hrden dort den Verkehr.<\/p>\n\n\n\n<p>Das bedeutet aber eine Umkehr von der Weidehaltung hin zur Intensivierung der Wiesenfl\u00e4chen zur<br>Futtergewinnung und ist damit kontr\u00e4r zum vorgelegten Bewerbungskonzept.<\/p>\n\n\n\n<p>Die F\u00f6rderung von Beweidung in den Natura2000 und Naturschutzgebieten ist im gesetzlichen Rahmen nicht<br>m\u00f6glich, da die erforderliche H\u00f6he f\u00fcr einen wolfsabweisenden Zaun die genehmigungsf\u00e4hige H\u00f6he \u00fcbertrifft.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Landwirte in beiden Kreisen sehen mit Besorgnis die weitere Entwicklung der Wolfspopulation, steht doch<br>zu erwarten, dass sich auch in bisher noch nicht betroffenen Kommunen der beiden Kreise W\u00f6lfe ansiedeln<br>werden. Vorf\u00e4lle wie aktuell in der Altmark, wo W\u00f6lfe einer Mutterkuh tags\u00fcber w\u00e4hrend der Geburt zwei<br>neugeborene K\u00e4lber entrissen, machen schnell die Runde unter Landwirten und werden kaum dazu beitragen,<br>den eigenen tierhaltenden Betrieb auf \u00f6kologische Bewirtschaftung umzustellen.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr \u00f6kologisch wirtschaftende Landwirte ergibt sich eine noch gr\u00f6\u00dfere Problematik, da diese nicht auf<br>Futtergewinnung durch M\u00e4hen ausweichen k\u00f6nnen, sondern den entsprechenden Weidegang gew\u00e4hren<br>m\u00fcssen, wenn sie nicht die Zertifizierung verlieren wollen. Die Arbeit vieler Jahre w\u00e4re dann vergebens.<\/p>\n\n\n\n<p>Betrachtet man dann noch die Einsch\u00e4tzung Ihres Hauses hinsichtlich der Kosten f\u00fcr die<br>Pr\u00e4ventionsma\u00dfnahmen bei der Pferdehaltung (7,5 Mio. \u20ac nur f\u00fcr Schermbeck) l\u00e4sst sich erahnen, dass<br>wolfsabwehrende Ma\u00dfnahmen f\u00fcr Viehhalter ein Vielfaches an Kosten verursachen werden. In Niedersachsen<br>sind die Kassen f\u00fcr dieses Jahr bereits leer.<\/p>\n\n\n\n<p>Alle diese Nachrichten werden auch in Kreisen der Landwirte kursieren und zu einem Meinungsbild hinsichtlich<br>einer Umstellung auf \u00f6kologische Tierhaltung beitragen.<\/p>\n\n\n\n<p>Sehr geehrte Frau Ministerin, als die Wahl f\u00fcr das Projekt Modellregion \u00d6kolandbau auf die Kreise Wesel und<br>Kleve fiel, war Ihrem Haus bekannt, dass es sich in Teilen des Kreises Wesel um ein anerkanntes Wolfsgebiet<br>handelt. Wir gehen davon aus, dass mit der Wahl zur Modellregion \u00d6kolandbau in Ihrem Haus Vorstellungen<br>entwickelt wurden, wie man die Anforderungen und Bedingungen an eine \u00f6kologische Nutztierhaltung und die<br>Gegebenheiten in einem Wolfsgebiet mit einander vereinbart.<\/p>\n\n\n\n<p>Da wir im Konzept dazu keine Aussage finden, bitten wir Sie, als f\u00f6rdergebende Beh\u00f6rde, um eine<br>Stellungnahme, wie die angestrebten Ziele zur Ausweitung der \u00f6kologischen Tierhaltung im Wolfsgebiet<br>erreicht werden k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein gleichlautendes Schreiben haben wir auch an den Landrat des Kreises Wesel, Herrn Ingo Brohl, gerichtet.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit freundlichen Gr\u00fc\u00dfen<\/p>\n\n\n\n<p>Ulrike Trick<\/p>\n\n\n\n<p>(Fraktionssprecherin GR\u00dcNE Schermbeck)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ulrike Trick an Ministerin Heinen\u2010Esser Sehr geehrte Frau Ministerin Heinen\u2010Esser, am 8.07.2021 wurden die Kreise Wesel und Kleve auf Grund ihrer gemeinsamen Bewerbung von IhremMinisterium als eine der drei Modellregionen [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":-1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[22],"tags":[],"class_list":["post-3656","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-umwelt"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/gruene-schermbeck.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3656","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/gruene-schermbeck.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/gruene-schermbeck.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/gruene-schermbeck.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/gruene-schermbeck.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3656"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/gruene-schermbeck.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3656\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3660,"href":"https:\/\/gruene-schermbeck.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3656\/revisions\/3660"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/gruene-schermbeck.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3656"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/gruene-schermbeck.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3656"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/gruene-schermbeck.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3656"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}