{"id":679,"date":"2009-11-03T11:58:56","date_gmt":"2009-11-03T09:58:56","guid":{"rendered":"http:\/\/schermbeck.zeit-fuer-gruen.de\/?p=679"},"modified":"2009-11-03T11:58:56","modified_gmt":"2009-11-03T09:58:56","slug":"chloride-immer-noch-ein-problem-in-der-lippe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gruene-schermbeck.de\/?p=679","title":{"rendered":"Chloride \u2013 immer noch ein Problem in der Lippe"},"content":{"rendered":"<p><strong>Pressemitteilung vom <a href=\"http:\/\/www.VSR-Gewaesserschutz.de\">VSR-Gew\u00e4sserschutz e.V.<\/a><\/strong><\/p>\n<p>Stark erh\u00f6hte Chloridgehalte in der Lippe stellen die Mitglieder vom VSR-Gew\u00e4sserschutz bei ihren diesj\u00e4hrigen Untersuchungen fest. <!--more-->Im August \u2013 September wurden mehrere Messfahrten zwischen Hovestadt und Wesel durchgef\u00fchrt, um die aktuelle Entwicklung der Salzbelastung zu untersuchen. Schon in Hovestadt ist die Lippe infolge der Abwassereinleitungen und geogener Besonderheiten des Lippegebietes schon mit 110 Milligramm pro Liter Chlorid vorbelastet. Auch bei den weiteren Messstellen bis unterhalb des Wehres in Hamm \u00e4nderte sich an den Konzentrationen nur wenig. Die Auswirkungen auf die Pflanzen, Insekten und Fische ist noch unbedeutend.<\/p>\n<p>Anderes sieht es auf der Flussstrecke unterhalb von Heringen aus. Hier steigt die Chloridbelastung schlagartig auf den doppelten Wert von 230 Milligramm pro Liter an. Auf der weiteren Flie\u00dfstrecke w\u00e4chst die Belastung stetig weiter. So stellten die Gew\u00e4ssersch\u00fctzer in Werne mit 280 Milligramm und Haltern mit 335 Milligramm fest. Die h\u00f6chste Konzentration lag dann in Dorsten mit 460 Milligramm pro Liter vor. Auf diesem sehr hohen Niveau verbleibt die Belastung bis die Lippe bei Wesel in den Rhein m\u00fcndet.<\/p>\n<p>Die Ursache f\u00fcr die sehr hohe Salzkonzentration liegt in den Einleitungen der S\u00fcmpfungsw\u00e4sser der Steinkohlebergwerke. Um die untert\u00e4gischen Bergbaugebiete und die noch betriebenen Schachtanlagen zu sichern, muss der Bergbau das ihm untertage zuflie\u00dfende Grundwasser st\u00e4ndig abpumpen. Dieses Grubenwasser wird der Lippe und ihren Nebenfl\u00fcssen zugeleitet. Die kohlef\u00fchrenden Schichten liegen an der Lippe in 600 \u2013 800 m Tiefe und fallen nordw\u00e4rts bis M\u00fcnster auf Tiefen auf 1.400 m. Aufgrund der zunehmenden Tiefe weist das Grubenwasser von S\u00fcden nach Norden steigende Salzgehalt auf. &#8222;Durch diese Einleitungen aus dem Bergbau kommt es in der Lippe \u2013 eigentlich ein S\u00fc\u00dfwasserfluss \u2013 zu einer massiven Verschiebung der nat\u00fcrlichen Gleichgewichte. Dieses k\u00fcnstlich erzeugte Brackwasser stellt ein Hindernis f\u00fcr alle in unseren Fl\u00fcssen wandernden Fische dar,&#8220;\u00a0 so Diplom-xOecotrophologin Susanne Barei\u00df-G\u00fclzow, Vorsitzende vom VSR-Gew\u00e4sserschutz.<\/p>\n<p>Die europ\u00e4ische Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) fordert f\u00fcr alle Fl\u00fcsse einen guten \u00f6kologischen Zustand. Dieses Ziel ist f\u00fcr die Lippe bei einer so hohen Belastung nicht erreichbar. So hat die L\u00e4nderarbeitsgemeinschaft Wasser (LAWA) f\u00fcr den Parameter Chlorid einen Richtwert von 100 Milligramm pro Liter festgelegt. Unterhalb dieses Wertes kann von einen guten Zustand gesprochen werden. Von diesem Ziel der WRRL sind wir in der Lippe unterhalb von Hamm noch weit entfernt. Ab 200 Milligramm sind erste \u00f6kologische Beeintr\u00e4chtigungen zu erwarten. Insekten Krebse und Fische werden gesch\u00e4digt oder verdr\u00e4ngt. Die Selbstreinigung des Flusses verringert<br \/>\nsich.<\/p>\n<p>Schon 1985 und 1990 f\u00fchrte der VSR-Gew\u00e4sserschutz Untersuchungen zur Belastung in der Lippe durch. Auch wenn sich die aktuellen Chloridwerte gegen\u00fcber 1985 im Bereich Datteln und Wesel halbiert haben, so sind Konzentrationen von \u00fcber 400 Milligramm pro Liter immer noch<br \/>\nwesentlich zu hoch.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Pressemitteilung vom VSR-Gew\u00e4sserschutz e.V. 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