{"id":846,"date":"2010-02-11T14:32:25","date_gmt":"2010-02-11T12:32:25","guid":{"rendered":"http:\/\/schermbeck.zeit-fuer-gruen.de\/?p=846"},"modified":"2010-02-11T14:32:25","modified_gmt":"2010-02-11T12:32:25","slug":"ohne-staatskohle-keine-kernkraft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gruene-schermbeck.de\/?p=846","title":{"rendered":"&quot;Ohne Staatskohle keine Kernkraft&quot;"},"content":{"rendered":"<p><strong>IPPNW-Presseinformation vom 11. Februar 2010<\/strong><\/p>\n<p><em><strong>E.On-Manager redet Klartext:<br \/>\n&#8222;Ohne Staatskohle keine Kernkraft&#8220;<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Der Atomkonzern E.On r\u00e4umt inzwischen ein, dass neue Atomkraftwerke nur mit Hilfe &#8222;staatlicher St\u00fctze&#8220; <!--more-->errichtet werden k\u00f6nnen: &#8222;Ohne Staatskohle keine Kernkraft&#8220;, erkl\u00e4rte ein hochrangiger E.On-Manager gegen\u00fcber der &#8222;Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung&#8220; (FAS, Ausgabe vom 7. Feb. 2010). Auch eine Analyse der Citibank kam 2009 zu dem Ergebnis, dass neue Kernkraftwerke unwirtschaftlich sind.<\/p>\n<p>Damit best\u00e4tigen inzwischen Banken und die Atomindustrie die Kritik von Atomkraftgegnern wie der IPPNW, dass neue Atomkraftwerke allenfalls mit Hilfe von massiven Staatssubventionen, staatlichen Billigkrediten, Staatsb\u00fcrgschaften (Hermes-B\u00fcrgschaften) und Strompreisgarantien realisiert werden k\u00f6nnen. Sie best\u00e4tigen ferner, dass noch nie in der Geschichte der Branche ein privates Unternehmen das komplette kommerzielle Risiko f\u00fcr Bau und Betrieb eines Atommeilers \u00fcbernommen hat.<\/p>\n<p>Die IPPNW dokumentiert dazu Ausz\u00fcge aus dem FAS-Beitrag &#8222;Von wegen Renaissance der Atomkraft&#8220;:<\/p>\n<p>&#8222;(&#8230;) Die beiden deutschen Energieriesen RWE und Eon &#8211; voller Aufbruchsstimmung &#8211; gr\u00fcndeten deshalb vor einem Jahr ein Gemeinschaftsunternehmen, das in England sechs Kernkraftwerke errichten und betreiben soll, falls es den Zuschlag bekommt. Doch inzwischen haben die Kaufleute der Konzerne einmal nachgerechnet, ob sich so ein Kernkraftwerk \u00fcberhaupt bezahlt macht. Nach Informationen dieser Zeitung sind die Controller jetzt zu einem Ergebnis gekommen, das sich in d\u00fcrren Worten so zusammenfassen l\u00e4sst: \u00f6konomisch nicht darstellbar.<\/p>\n<p>Die sch\u00e4rfste Analyse liefert die Citibank, die nicht im Verdacht steht, Teil der Anti-AKW-Bewegung zu sein. Im November des vergangenen Jahres ver\u00f6ffentlichten Analysten der Citibank eine Studie unter dem knackigen Titel &#8222;New Nuclear &#8211; The Economics say no&#8220; (Neue Kernkraft &#8211; Die \u00d6konomie sagt nein).<\/p>\n<p>Die Banker spie\u00dfen unter anderem das finnische Projekt auf, um dann grunds\u00e4tzlich zu werden: &#8222;Wenn bei Investitionssummen in dieser H\u00f6he ein Bauprojekt aufs Schlimmste falsch l\u00e4uft, kann es die Finanzkraft selbst der gr\u00f6\u00dften Energieversorger besch\u00e4digen.&#8220; (&#8230;)<\/p>\n<p>B\u00f6rsennotierte Energieversorger scheuen das Risiko nahezu zwangsweise. Sie haben eines gelernt: Zuverl\u00e4ssig Geld bringen die Reaktoren erst nach 30 Jahren, wenn sie weitgehend abgeschrieben sind.<\/p>\n<p>Das ist auch das geradezu groteske Ergebnis der Befreiung der Energiem\u00e4rkte: Die Privatisierung der Branche und die Liberalisierung des Stromwettbewerbs verhindern den Bau aufwendiger Kraftwerke, vor allem aber von Atomkraftwerken. &#8222;Alle Modelle, bei denen ein privater Betreiber das komplette Risiko des Kernkraftprojektes \u00fcbernimmt, sind zum Scheitern verurteilt&#8220;, verr\u00e4t ein hoher Eon-Manager, der flapsig erg\u00e4nzt: &#8222;Ohne Staatskohle keine Kernkraft.&#8220; Kein Wunder, dass RWE j\u00fcngst aus dem Bauprojekt im bulgarischen Belene ausgestiegen ist, der deutsche Stromversorger wollte das finanzielle Risiko nicht aushalten.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Atomindustrie sind die Erkenntnisse so neu nicht, weil noch nie in der Geschichte der Branche ein privates Unternehmen das komplette kommerzielle Risiko f\u00fcr Bau und Betrieb eines Atommeilers \u00fcbernommen hat. (&#8230;) So beschr\u00e4nkt sich die Renaissance der Kernkraft auf L\u00e4nder, in denen staatliche Betreiber oder Geldgeber das Risiko tragen.&#8220;<\/p>\n<p>Weitere Informationen:<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.ippnw.de\/atomenergie\">www.ippnw.de\/atomenergie<\/a><\/p>\n<p>Kontakt: Kontakt: Henrik Paulitz, Tel. 0032-485-866 129<\/p>\n<p><strong>Deutsche Sektion der Internationalen \u00c4rzte<br \/>\nf\u00fcr die Verh\u00fctung des Atomkrieges, \u00c4rzte in<br \/>\nsozialer Verantwortung (IPPNW)<\/strong><br \/>\nK\u00f6rtestr. 10<br \/>\n10967 Berlin<br \/>\nTel. 030-69 80 74-0<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.ippnw.de\">www.ippnw.de<\/a><br \/>\nEmail: <a href=\"#\" data-unscramble=\"ed.wnppi@wnppi\">ippnw@ippnw.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>IPPNW-Presseinformation vom 11. 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